Die
Schwäche Pisas ausnutzend, sicherte sich Gherardo
Appiani das Gebiet um Piombino mit den Inseln Elba, Montechristo
und Pianosa. Im frühen 15. Jahrhundert verstarb Gherardo
und sein damals noch minderjähriger Sohn und Nachfolger
Jacopo kam ebenfalls in jungen Jahren ums Leben.
Die Macht wanderte zum Schwiegersohn Jacopos: Ronaldo Orsini.
Er stattete Elba mit Streitkräften aus und ermahnte die
Bevölkerung sich für den Verteidigungsfall bereitzuhalten.
1442 sollten diese Maßnahmen einen Sinn bekommen. Eine
große Zahl sarazenischer Schiffe fiel über Elba
her. Der überlebende Teil der Bevölkerung verschanzte
sich in Volterraio. Aber erst als die Wetterlage die sarazenische
Flotte zerstreut, gelingt es Hilfstruppen in einem Massaker
Elba zu befreien.
Dank der Herrschaft der Appiani gab es endlich eine Stabilität
der Machtverhältnisse.
Trotz geschickten Taktierens und einer möglichst neutralen
Politik von Jacopo IV., streckte Cesare Borgia, Herzog
von Valencia, 1502 seine Hand nach dem kleinen Staat aus.
Aber schon 1503 rebellierte das Volk, und Jacopo konnte mit
dem Wohlwollen der Florentiner in sein Reich zurückkehren.
Seewärts schützte ein Bündnis mit Neapel das
Reich der Appiani vor Genua. 1551 verstarb Jacopo IV. und
es folgte die Zeit des Jacopo V.
Neben einem ereignisreichen Weltgeschehen, kam es auch in
der Nähe der Appiani zu Veränderungen. Die Republik
von Florenz brach zusammen, und es begann dort die Herrschaft
der Medici.
1534
befand sich die Region des Tyrrhenischen Meeres in Alarmzustand,
denn der türkische Pirat Khayr al-Din, oder besser bekannt
als Barbarossa (Rotbart), trieb hier sein Unwesen.
Elba wurde zweimal, 1534 und 10 Jahre später, 1544, von
ihm heimgesucht. Der erste Überfall ereignete sich in
der Gegend von Rio. Die Bevölkerung war jedoch nicht
in der Lage, der türkischen Übermacht Widerstand
zu leisten. Der zweite Überfall sollte die Herausgabe
eines türkischen Kindes - Sohn eines hohen Offiziers
der Flotte des Sultans, der von den Appiani gefangen gehalten
wurde - erzwingen. Barbarossa landete in Ferraria (Portoferraio)
und marschierte durch bis Capoliveri. Nur Volterraio konnte
gehalten werden. Aufgeschreckt durch den Geschützlärm
fügte sich Jacopo den Forderungen des Piraten und lieferte
das Kind aus.
Kurz darauf segnete Jacopo das Zeitliche und hinterließ
als Nachfolger ein Kind.
Auf
diese Gelegenheit hatte Cosimo de Medici nur gewartet.
Für die Gewährung eines Darlehens von zweihunderttausend
Scudi wurde Cosimo von Karl V. das Herrschaftsgebiet der Appiani
übertragen.
1548 begann Cosimo I. die Festungen in Ferraria zu bauen.
Es entstanden die Befestigungsringe von Falcone, Stella und
Linguella. Zu der Zeit sicher ein militärisches Meisterwerk
und seiner Aufgabe der Verteidigung, wie sich noch zeigen
sollte, mehr als gewachsen. Cosimo ließ Ferraria wegen
der gelungenen Architektur seiner Bauwerke in "Cosmopoli"
umbenennen.
Auf Grund der Intervention des jungen Appiani, der sich direkt
an Karl V. wandte, musste Cosimo den kleinen Staat allerdings
wieder zurückgeben; darf Elba aber, wegen seiner regen
Bautätigkeit dort, behalten. Um sich aber auch weiterhin
die Freundschaft der Medici zu sichern, wird Cosimo 1552 von
Karl V. als kaiserlicher Statthalter ein weiteres Mal die
Macht über Piombino verliehen.
1553
wird Elba wieder dem Angriff eines türkischen Piraten
ausgesetzt. Diesmal ist es Dragut, der, mit Unterstützung
französischer Schiffe, in Longone vor Anker geht. Seine
Truppen überrennen die Insel förmlich. Nur Cosmopoli
hält der Invasion stand und kann dem Feind sogar empfindliche
Verluste zufügen. Dragut verzichtet auf einen Angriff
auf Cosmopoli. Er wendet sich stattdessen Korsika zu, das
er auch einnimmt. 1555 kehrt Dragut, diesmal ohne die Franzosen,
nach Longone zurück. Die Elbaner verschanzen sich ausnahmslos
in Cosmopoli, das wieder einmal Schutz vor den Piraten bietet.
1557
finden Verhandlungen mit dem Botschafter von Philipp II. und
Cosimo I. statt. Gegenstand der Unterhandlungen sind auch
die Besitzverhältnisse auf Elba. Sie enden damit, dass
Cosimo Cosmopoli und eine Zone von zwei Meilen um die Stadt
herum behält, während der Rest Elbas und der piombinische
Staat wieder der Familie Appiani zugeteilt werden.
'Elba
bis zur Neuzeit'. Lesen Sie den dritten Teil >>>
|