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07.02.2012Datum

 

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Geschichte (1)

VON LEGENDEN ZUR HERRSCHAFT PISAS


Denkt man an die Vergangenheit Elbas, denkt man vor allem an die Zeit des Exils von Napoleon. Obwohl Napoleon nur 10 Monate auf Elba verbrachte, rückte Elba in dieser Zeit in den Mittelpunkt des Interesses der Weltöffentlichkeit.
Dennoch hat Elba eine eigene, noch dazu sehr bewegte Geschichte.

Erste Erwähnungen Elbas findet man im Reich der Legenden. So landeten die Argonauten mit dem Helden Jason auf Aethalia, wie man Elba damals bezeichnete. Sie fanden einen vorzüglichen Hafen, den Sie nach ihrem Schiff "Argon" (heute Portoferraio) benannten und blieben, bis die angefallenen Schiffsreparaturen abgeschlossen waren.
Die Fährgesellschaft Toremar hat einige Ihrer Fähren nach den antiken Namen der Inseln des toskanischen Archipels benannt. So findet man neben einer "Aethalia", auch eine "Planasia" (Pianosa), eine "Oglasa" (Montechristo) und eine "Marmorica" (Gorgona).

Nach Virgil soll sogar ein Kontingent von 300 "ilvatischen" Kriegern am Kampf um Troja teilgenommen haben.

Es waren vor allen Dingen zwei Faktoren, die Elba attraktiv machten: Die günstige strategische Lage und die großen Mineralvorkommen.
Die Etrusker waren die ersten Herrscher, die die Eisenvorkommen auf der Insel abbauten, große Teile des Mittelmeerraumes damit belieferten und dadurch zu Wohlstand kamen. Häufige Überfälle von Piraten störten allerdings die Ordnung. Die Etrusker gerieten durch das Erstarken der Gallier im Norden und der Latiner im Süden enorm unter Druck. Das Zusammenschmelzen des etruskischen Reichs bewirkte eine Verstärkung der Ansiedlung und der Verteidigungsanlagen auf Elba. Trotzdem zerfiel das Reich nach der vernichtenden Seeschlacht von 474.

Die neuen Herren Elbas, oder viel mehr "Ilvas", wie Sie die Insel nannten, waren die Römer.
Über den Eisenerzabbau hinaus, entdeckten sie die heilende Wirkung des Schlamms in den Termen von S. Giovanni, bauten Granit ab und fingen auch an, regen Handel mit elbanischen Weinen zu treiben. Plinius der Ältere bezeichnete die Insel sicher nicht grundlos als "die Insel des guten Weines."

 

Der Römerherrschaft folgte im 11. Jahrhundert die der Pisaner, die ebenfalls das Eisen und Granit zu schätzen wussten. Ein großer Teil der Säulen auf der Piazza dei Miracoli in Pisa sind elbanischen Ursprungs. Die Geißel der Piraterie hatte Elba aber auch in dieser Zeit fest im Griff. Einer der gefürchtetsten unter Ihnen war Mughedin, aus Zeitberichten auch als Musetto oder Muscetto bekannt.Die Pisaner versuchten der Gefahr durch den Ausbau der Verteidigungsanlagen und dem Errichten eines Systems von Meldetürmen Herr zu werden. Aber erst ein Zusammenschluss mit dem Rivalen Genua erbrachte nach einigen Fehlversuchen das gewünschte Ergebnis: Musetto wurde in Bona in Algerien gefangen genommen und im hohen Alter von 80 Jahren hingerichtet.

Torre di S. Giovanni
Torre di S. Giovanni


In der folgenden Ruhephase vollendete Pisa die Befestigungsarbeiten. Es entstanden unter anderem die "Fortezza" in Marciana, der "Maniero" von Volterraio und der Wachturm "La Torre di San Giovanni in Campo". Doch der Friede währte nur kurz. Schnell flammte die alte Rivalität mit Genua wieder auf und fand Ihren Höhepunkt 1284 in der Seeschlacht von Meloria, in der die Pisaner unterlagen. Diese Niederlage war ein Wendepunkt für die Geschichte Pisas. Man verlor nicht nur wertvolle Kriegsschiffe, sondern auch enorm an Prestige. 1299 unterzeichnete Pisa, mangels Alternativen, ein Friedensabkommen mit Genua.

'Die Familien Appiani und Medici'. Lesen Sie den zweiten Teil >>>


Virgil (Publius Vergilius Maro), 70 - 19 v. Chr., gilt als Urvater des römischen Epos


Gaius Plinius Secundus der Ältere, 23 oder 24 n. Chr. - 79 n. Chr., Anwalt und Legionstribun Roms, betrieb auch rhetorische und grammatische Studien.

 

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